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2019_Kirche-Leonberg-nach-Renovierung info-icon-20px Foto: R. Schleindlsperger

Renovierung der Kirche in Leonberg 2018 und 2019

Der Abschluß der Außenrenovierungsarbeiten an der Kirche in Leonberg wurde mit einem sehr schönen Fest am 22.09.2019 gefeiert.

Die Nebenkirche St. Sebastian in Leonberg

2019_Kirche-Leonberg-Kirchenmuseum info-icon-20px 2009 G. Thuringer/Kirchenmuseum Kößlarn
Die Kirche St. Sebastian, gemalt von Pfarrer Nömaier um 1870

Die­se 4,6 km von Zei­larn ent­fern­te Kir­che ist dem hl. Sebas­ti­an geweiht. An die­ser Stel­le wur­de die­ses schö­ne Kirch­lein im Jahr 1586 mit den Stei­nen der 1585 abge­tra­ge­nen alten Schloss­ka­pel­le auf­ge­baut. Die ursprüng­li­che Schloss­ka­pel­le wur­de vor 1150 mit der Burg Leum­per­ge“, die die Edlen von Tann-Schild­thurn-Leon­berg[1] erbau­ten, am Steil­hang ober­halb des Inn­ta­les und gegen­über der ein­mün­den­den Alz, erstellt. Um das Jahr 1170 gin­gen u. a. die Herr­schafts­gü­ter von Leon­berg und Schild­thurn in den Besitz des Her­zogs Hein­rich des Löwen über[2]. Im Jah­re 1210 wur­den vom baye­ri­schen Her­zog die Leon­ber­ger Lehens­gü­ter den Gra­fen Ber­ger I. von Alten­dorf über­ge­ben. Meh­re­re Gra­fen­ge­schlech­ter waren bis zum Jahr 1386 Eigen­tü­mer der Graf­schaft Leon­berg, bis die­se 1386 wie­der an den baye­ri­schen Her­zog über­ging. Das Geschlecht der Gra­fen starb aus, die Burg zer­fiel und stürz­te den Steil­hang zum Inn hin­ab und die Schloss­ka­pel­le wur­de 1585 abge­tra­gen. Im Jahr dar­auf dort auf­ge­baut, wo sie heu­te steht, in der Nähe der soge­nann­ten Dach­l­wand“. Der Moa von Leon­berg“ hat­te die­ses Grund­stück kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt[3]. Der Ingol­städ­ter Pro­fes­sor Phil­ipp Apian hat das Kirch­lein noch ste­hen sehen, als er im Jahr 1560 die­se Gegend bereis­te und die Kir­che in sei­ne topo­gra­phi­sche Kar­te mit auf­nahm. Dazu bemerk­te er: Auf einem sehr hohen Hügel sind alte Spu­ren von Len­berg, gegen­über dem Zusam­men­flus­se der Flüs­se Inn und Alz; auch besteht heu­te noch ein Got­tes­haus an dem Orte, wo man noch die Über­bleib­sel der alten Burg und des Gra­fen­sit­zes derer von Len­berg sieht, die in Gang­ko­fen begra­ben lie­gen“.[4]

Neben dem Hei­li­gen Sebas­ti­an, dem Schutz­pa­tron der Pest­krank­heit, wur­de auch über Jahr­hun­der­te hin­weg die Hei­li­ge Ger­trud ver­ehrt. Die Sebas­tia­ni­bru­der­schaft“ wur­de bereits 1483 errich­tet und im Jah­re 1653, nach dem gro­ßen Ster­ben“, erneu­ert. Im Jah­re 1893 wur­de die Bru­der­schaft reno­viert und aggre­giert“[5]. Aus den Spen­den der Wall­fah­rer konn­te im Jah­re 1695 durch Anbau von zwei Sei­ten­schif­fen die Kir­che ver­grö­ßert und der Turm erneu­ert wer­den. Auch wur­den ins­be­son­ders im 17. und 18. Jahr­hun­dert vie­le Ver­löb­nis­ta­feln gestif­tet.
Der Kir­chen­ma­ler Franz Xaver Zatt­ler erhielt 1876 den Auf­trag, den Hoch­al­tar und zwei Sei­ten­al­tä­re samt neu­en Bil­dern“[6] zu malen.

Vom 13. bis 15. Juni 1986 wur­de die 400-Jahr­fei­er der Kir­che Leon­berg fei­er­lich began­gen. Auf einer vor dem Kir­chen­por­tal über­dach­ten Alt­ar­büh­ne wur­de unter gro­ßer Teil­nah­me der Bevöl­ke­rung ein fei­er­li­cher Got­tes­dienst gehal­ten. Vie­le Ver­ei­ne betei­lig­ten sich hier­bei und der Hei­mat­pfle­ger Seidl – Ain­öder berich­te­te über die Geschich­te des Ortes Leon­berg. Der­zeit fin­den nur mehr weni­ge Wall­fah­rer den Weg zur St. Sebas­tia­ni­kir­che nach Leon­berg. Die Stadt Neuöt­ting wall­fahr­tet heu­te noch dort­hin und dies bereits seit 300 Jah­ren.
Wan­de­rer dage­gen, die den schö­nen Aus­sichts­platz am Steil­ufer des Inns suchen, sehen sich das Klein­od auch von Innen an.

Dass die Gra­fen von Leon­berg ver­schie­de­ne Kir­chen beschütz­ten und dafür auch Geld­leis­tun­gen erbrin­gen muss­ten, zeigt die Kopie.

2019_Kirche-Leonberg-Geld
Die Kirchen zu Zeilarn gibt vier Pfund Pfennig,Die Kirchen zu Stamham fünf Pfund Pfennig. [7]
2019_Kirche-Leonberg-Foto-Kronfeld info-icon-20px Foto: W. Kronfeld

[1] Hart­mann Max, Ost­bai­ri­sche Grenz­mar­ken, Pas­sau, 1959, S. 153 ff.

[2] Seidl-Ain­öder Josef, Hei­mat am Inn, 1983, Band 8, S. 72 ff

[3] Pas­sau­er Neue Pres­se, Zei­tungs­be­richt vom 29.10.1978 Ein his­to­ri­sches Klein­od wur­de vor dem Ver­fall gerettet.

[4] Leeb Franz Xaver, St. Sebas­ti­an – Kirch­lein auf Leon­berg, 1904, S. 3

[5] Hand­buch des Bis­tums Pas­sau, 1981, S.737

[6] Hand­schrift­li­che Auf­zeich­nun­gen des Kir­chen­ma­lers F. X. Zatt­ler im Pri­vat­be­sitz eingesehen.

[7] BayHS­tA Abt. I, Staats­ver­wal­tung C96